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Viehscheid im Pfrontener Tal

Jedes Jahr am zweiten Samstag im September findet in Pfronten die traditionelle Viehscheid statt - der mit rund 400 Stück Jungvieh und 15 Kranzkühen aus 7 Alpen größte Ostallgäuer Alpabtrieb.

Den ganzen Sommer sind die Hirten mit ihrem Jungvieh über die Bergweiden gezogen - bis hinauf in die Gipfelregionen. Mitte September, rechtzeitig bevor der erste Schnee in die Hochlagen einzieht, kehren sie ins Tal zurück. Wenn alle Tiere einer Herde den gefährlichen Alpsommer unbeschadet überstanden haben, wird die Leitkuh mit einem großen, traditionellen Kopfputz geschmückt. Alle Tiere tragen die schweren Schellen und die Hirten und ihre Helfer haben ihr Festagsgwand angelegt. Im Dorf beginnt die Viehscheid.

Die bis zu 400 Schumpen werden durch den Ort getrieben und am Scheidplatz werden die Herden „geschieden“. Das heißt, jeder Bauer holt seine Tiere aus der großen Herde und bringt sie zurück in den heimischen Stall. Anschließend wird im Festzelt groß gefeiert - mit Brauchtum, Musik, Volkstanz, Bier und regionalen Schmankerln. Die Hirten, die Bauern und alle Gäste, die den langen Zug der Tiere begleitet oder bestaunt haben, feiern fröhlich und ausgelassen das Ende des Alpsommers. Die „Schumpen“, wie die Jungrinder im Allgäu genannt werden, sind stark, gesund und widerstandsfähig wieder ins Tal gebracht worden. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass sie später als Kühe Milch von sehr hoher Qualität geben - Ausgangsprodukt für den berühmten Allgäuer Käse. Und ganz nebenbei waren sie auch als Natur- und Landschaftspfleger auf vier Beinen tätig, denn die Allgäuer Alpwirtschaft sichert und pflegt gleichzeitig eine über Jahrhunderte gewachsene Landschaft.

Viehscheid in Pfronten im Allgäu: