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Die Pfrontener Bergwiesenkönigin

10. Pfrontener Bergwiesenkönigin Anna I.

Anna I., Pfrontens  10. Bergwiesenkönigin weiß worüber Sie spricht, wenn sie über die Landschaft Ihrer Heimatgemeinde schwärmt:

Aufgewachsen auf dem elterlichen Hof, hat Sie den Beruf der Landwirtin erlernt und 2018 die Fortbildung zur „staatlich geprüften Technikerin für Landbau“  erfolgreich abgeschlossen.
Sie steht in den Startlöchern, den Hof Ihrer Eltern zu übernehmen und als Vollerwerbsbetrieb fortzuführen.

Hier erzählt sie über ihre tiefe Verbundenheit zum Beruf und Pfrontens Landschaft und läßt uns an Ihrem Alltag auf dem Bauernhof teilhaben.


Anna, was macht Pfronten für dich so einmalig?

» Pfronten bietet viel Abwechslung, hat aber seinen dörflichen Charakter bewahrt. Und ich liebe einfach die Allgäuer Alpen mit ihrer Landschaft, den vielen Seen, Schlössern und Burgen. Die Touristiker nennen das Schlosspark Allgäu, für mich ist es eine liebenswerte alpine Kulturlandschaft“

Was bedeutet alpine Kulturlandschaft?
„Unsere Bergwiesen  sind, auch wenn viele Menschen dies meinen, keine Naturlandschaft sondern durch menschliche Pflege entstanden.  Zum Beispiel mähen wir Bergbauern die Grünflächen in den Tal- und Berglagen, um Futter für unsere Kühe zu gewinnen.  Daher sprechen wir von alpiner Kulturlandschaft.“

Was macht die Bergwiesen denn so wertvoll?
„Bergwiesen werden nicht gedüngt und nur einmal im Jahr gemäht. Die Nährstoffarmut und die vielfältigen, kleinräumig wechselnden Standortbedingungen bieten vielen Pflanzen und Tieren wertvolle Lebensräume. So finden wir allein über 70 verschiedene Blumen, Kräuter und Heilpflanzen, wie Arnika und Johanniskraut auf den Bergwiesen. Wir erfreuen uns an den bunten Blüten oder den vielen Schmetterlingen. Fachleute nennen das eine hohe Biodiversität.
Doch Bergwiesen sind infolge von Nutzungsaufgabe selten geworden, sie verbuschen dann. Dadurch verschwinden die von diesem Lebensraum abhängigen Tier- und Pflanzenarten und sind vom Aussterben bedroht. Unsere Bergwiesen sind etwas ganz Besonderes, wir bezeichnen Sie daher auch als „Naturschatz Bergwiese“.“
 
Warum engagierst Du Dich gerade als Bergbäuerin für Pfrontens Landschaft?
„Für mich ist mein Beruf zugleich Berufung.
Der verantwortungsvolle Umgang mit Menschen, Tieren und Maschinen ist mir ganz wichtig.
Wir Bergbauern produzieren gerade bei uns im Alpenraum weit mehr als nur gesunde Lebensmittel. Unsere Landbewirtschaftung dient auch dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen wie zB dem Gewässer und Trinkwasserschutz.
Außerdem liegt uns die von unseren Gästen, aber auch von uns Einheimischen selbst so geschätzte Landschaft am Herzen. Die Wiesen, Weiden und Wälder benötigen unsere Pflege.
Eine vernünftige Berglandwirtschaft, die auf den Erhalt und Entwicklung der biologischen Vielfalt ausgerichtet ist, sichert eine hohe Biodiversität.
Fast täglich wird in den Medien vom Artenschwund bei Pflanzen und Tieren berichtet.
Bei uns in Pfronten ist das anders.
Zusammen fühlen wir uns als bäuerliche Familienbetriebe verantwortlich für unsere alpine Kulturlandschaft und wollen diese auch künftigen Generationen erhalten.“

Wie siehst Du Dich als Frau in der Männerwelt der Bergbauern?
„Es ist ein großer Irrtum, Bauer mit Mann gleichzusetzen!  Wir haben in Pfronten nur Familienbetriebe. Da packt jeder an, egal ob groß oder klein, Mann oder Frau. Alle sind aufeinander angewiesen. Und auf unseren Höfen entscheiden übrigens weit mehr Frauen, als „man“ denkt.
Für mich ist schwere körperliche Arbeit kein Problem und große Traktoren lenkt man heute eh mit Fingerspitzengefühl und Übersicht, nicht durch Gewalt. Im Ernst, für den Erfolg unserer Arbeit zählt nicht das Geschlecht, sondern der verantwortungsvolle Mensch. Daher engagiere  ich mich selbstverständlich gerne als Frau in der Öffentlichkeit.“

Was sind Deine Aufgaben als Bergwiesenkönigin? 
„Ich sehe mich bei vielen Terminen in der Region aber auch weit über das Allgäu hinaus, als eine Umweltbotschafterin für meinen Heimatort Pfronten.
Die Pflege der Bergwiesen ist ja nur ein Beispiel vieler weiterer Initiativen in Pfronten, mit denen wir eine nachhaltige Kommunalentwicklung anstreben. So ist Pfronten zum Beispiel stolz auf den „european energy award“. Diese Auszeichnung wird energieeffizienten Kommunen für nachweisbare und vorbildliche Resultate in der kommunalen Energiepolitik verliehen.
Als Bergbäuerin liegt mir natürlich die Landwirtschaft besonders am Herzen. Wir bieten über unsere Direktvermarktung oder in den regionalen Produktlinien der Märkte hochwertige Fleisch- und Milcherzeugnisse mit kurzen Erzeugungs-, Produktions- und Verkaufswegen. Die Verbraucher entscheiden selbst, ob Sie anonyme Massenware oder regional erzeugte Lebensmittel kaufen und damit zum Erhalt der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft beitragen.“

Was haben Bergwiesen mit Nachhaltigkeit zu tun?

„Als Nachhaltigkeit bezeichnet man Prozesse, deren soziale, ökonomische und ökologische Auswirkungen zukunftsfähig ausgerichtet sind. Also zum Beispiel künftigen Generationen ähnlich günstige Lebensbedingungen bieten, wie wir sie erleben dürfen. Wir bewirtschaften Bergwiesen nach diesen Prinzipien:  Unsere Bergwiesen werden nicht nur von Bauern gemäht. Viele Ehrenamtliche und Vereine mähen die Bergwiesen, die Arbeit der Bergbauern wird geschätzt. Das fördert den sozialen Zusammenhalt am Ort. Wir verarbeiten den Rohstoff „Bergwiesenheu“ vor Ort und in der Region direkt und indirekt weiter:  von der Heulimo bis zum Heuöl. Oder produzieren über die so genannten Veredelung über den Tiermagen  hochwertige Nahrungsmittel  wie Fleisch, Milch und Käse. Produktion und Absatz vor Ort erhöhen die lokale Wertschöpfung.  Und selten gewordene Pflanzen und Tiere sind von der Pflege der Bergwiesen abhängig.  Das Mähen der Bergwiesen sichert die ökologische Vielfalt. Wir koppeln lokale Kreisläufe. Unser Umgang mit Bergwiesen ist ein sehr gutes Beispiel für Nachhaltigkeit.“

Wo liegt in Pfronten die schönste Bergwiese?
„Da gibt es keine schönste Bergwiese, denn egal ob im Vils- oder Achtal, am Edelsberg oder Breitenberg, unsere Bergwiesen faszinieren nicht nur durch ihre Pflanzen- und Tierarten sondern durch ihre jeweilige die Einbettung in die umgebende Landschaft. Und da haben wir eine große Vielfalt und dadurch viele „schönste“ Bergwiesen. Meinen Geheimtipp verrate ich nur im persönlichem Gespräch“

Die Bergwiesenkönigin ist eine Repräsentationsfigur der Gemeinde Pfronten. Sie vertritt als ehrenamtliche Botschafterin für Nachhaltigkeit und Biodiversität den Ort in der Öffentlichkeit bei auswärtigen Veranstaltungen sowie bei Terminen vor Ort. Die Bergwiesenkönigin tritt überparteilich und neutral auf.

Anschrift:

c/o Pfronten Tourismus
Vilstalstraße 2
87459 Pfronten
Telefon: 08363/69888
heukoenigin@pfronten.de
www.facebook.com/bergwiesenkoenigin

Galerie der Pfrontener Bergwiesenköniginnen seit 1999

Hier noch Fotos der Königinnen einfügen.