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S`Nuijohrschreie

Das "Neujahrsschreien" am Neujahrstag ist der einzige Brauch, an dem seit jeher Mädchen und Buben teilnehmen dürfen.

Seit hunderten von Jahren gibt es diesen Brauch, der für die Kinder bis heute ein zusätzliches Taschengeld bedeutet. Früher, als noch keine Straßenlaternen die dunklen Wege beleuchteten und als noch kein Winterdienst die verschneiten Straßen begehbar gemacht hat, da war s‘Nuijohrschreie noch ein sehr hartes Brot. Trotz aller Widrigkeiten - geschrien werden durfte nur bis die Mittagsglocken läuteten. Andernfalls hätte man eine Sünde begangen.

Um den Neujahrsgruß in so viele Häuser wie möglich bringen zu können, hieß es zwischen fünf und halb sechs aufstehen. Meist ohne Frühstück ist man raus in die Dunkelheit, gleich zum nächsten Nachbarn, der bereits schon im Stall gearbeitet hat. „Gelobt sei Jesus Christ. A guots Nuis Johr alle mitand!“ Dieser Spruch wurde so lange wiederholt, bis einen die Leute gehört haben. Wenn dann jemand kam, wurde der Spruch nochmals wiederholt, weil sich Freundlichkeit seit jeher ausgezahlt hat. Früher bekam man dann einen Apfel oder eine Dörrbirne, später gab es bereits ein bisschen Geld dazu. So zwischen zwei und drei Pfennig – das war damals sehr viel Geld. Und wenn man bei Nachbarn oder Verwandten fünf oder sogar zehn Pfennig bekam, so war man mächtig stolz darauf.

Auch wenn die Umstände heute lange nicht mehr so hart sind wie damals und die Kinder auch lange nicht mehr so früh loslaufen, so kommen d‘Nuijohrschreier auch heute noch halb erfroren um die Mittagszeit nach Hause, wo dann erst einmal der Verdienst gezählt wird, der die Strapazen des Vormittags wieder wettmacht. Zum Nuijohrschreie geht jedes Kind, solange es zur Schule geht und die kleinen Kinder lernen es von den großen. Heute gibt man jedem Kind zwischen 50 Cent und zwei Euro in sein Säckchen und zum Andenken an die guten alten Zeiten ein Stück Schokolade oder Obst.

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Montag, 29.08.2016

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Dienstag, 30.08.2016

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